Nepal Reise 2017

Erster Tag  Donnerstag 25.05.2017

Ich bin froh, dass der Wecker läutet, hab sowieso keine ruhige Nacht gehabt. Es ist 7.00 Uhr, am Vortag habe ich alles schon vorbereitet. Die Koffer habe ich mehrmals gewogen um böse Überraschungen am Flughafen zu vermeiden. Der India Air erlaubt 26 kg pro Koffer und 8 kg Bord Gepäck. Es ist alles in bester Ordnung. Wir haben Geschenke für die Kinder. Die Reise kann beginnen. Um  Punkt 12.00 Uhr holt uns das Taxi ab, bis zum Welser Hauptbahnhof sind es kaum 5 Minuten. Der Zug ist pünktlich um 12.33 Uhr im Bahnhof angekommen. Dieses Mal fliegen wir von Frankfurt nach Delhi und von Delhi nach Kathmandu. Unterwegs müssen wir wegen Bauarbeiten ein paar Mal anhalten. Schließlich sind wir mit etwa 25 Minuten Verspätung und über 6 Stunden Fahrzeit endlich angekommen. Der Flughafen ist echt groß. Wir holen unsere Flugtickets dann folgen die üblichen Kontroll Prozeduren, es dauerte lang bis wir  durchkommen, dann endlich sind wir soweit. Wir sitzen im Flieger. Eine 9- reihige Riesen Boeing. Es sind über 280 Passagiere am Bord. Genau weiß ich es auch nicht. Wir sitzen in der dritten  Reihe am Fensterplatz.  Eine 11 stündiger Flug steht uns bevor, ich nehme einen Reisekaugummi und schlafe bald ein.

Zweiter Tag  Freitag 26.05.2017

Nach dem langen Nachtflug landen wir endlich in Delhi, hier am Flughafen werden wir bis auf das kleinste Detail durchsucht. Fast eine Schikane…Sachen die niemanden in Frankfurter Sicherheitsbereich gestört haben waren  in Delhi plötzlich ein Problem, wie z.B ein Mini Schraubenzieher für die Kamera. (wir haben 2 Kameras samt Ausrüstung mitgehabt)mein Maniküre Set und ein Feuerzeug. Die haben echt ein Problem mit uns gehabt. Wir haben 2x alles auspacken müssen bis sie mit uns fertig waren und uns durchgelassen haben. Die 4 Stunden umsteige Zeit vergingen sehr schnell. Jetzt sitzen wir in einen engeren und kleineren  Flugzeug als vorher.  Nach etwa 2 Stunden und 30 Minuten landen wir in Kathmandu. Gerade noch rechtzeitig, denn kurz darauf beginnt ein heftiger Monsun regen. Wir warten ab bis es vorbei ist und steigen danach aus. Mein Herz schlägt bis zum Hals, ich bin überglücklich wieder hier sein. Ich erde mich und tanke Energie… wie immer wenn ich den nepalesischen Boden betrete. Die Luft ist warm aber frisch vom Regen, der warme Betonboden dampft noch. Wir gehen hinein. Seit meiner letzten Reise in Oktober 2015 hat sich so einiges geändert. Jetzt gibt es nur noch Automaten wo das Visum ausgestellt wird. Also alles ausfüllen. Gott sei Dank bekomme ich Hilfe von einem Mitarbeiter. Das Personal ist nett und wir sind in etwa 20 Minuten wieder draußen. Unsere Koffer sind bereits vom  Fließband heruntergefallen und liegen am Boden herum. Naja wir sind in Nepal… haha… Dawa wartet bereits auf uns. Die Freude ist riesig. Am Flughafen ist ein Tumult wie immer. Wir setzen uns in ein kleines Auto und machen uns auf den Weg in Richtung Hotel. Unterwegs erlitt Markus schon bereits seinen ersten Schock. Das Verkehrschaos …sowas hat er noch nie in seinem Leben gesehen. Wir kommen im Hotel an. Das Zimmer im 2-ten Stock liegt auf der Straßenseite, unser Hotel ist etwa 5 Minuten Fußmarsch von der Schule entfernt. Es ist groß und hell sehr einfach eingerichtet, mit einem Balkon. Von hier kann man das Straßen leben gut beobachten.  Nach der langen Reise sind wir erschöpft. Ich strecke mich auf dem Bett aus  und schlafe gleich ein. Etwa Mitternacht werde ich wieder munter. Die gute warme Dusche ist wie Balsam auf der Seele danach gehe ich wieder ins Bett.

Dritter Tag Samstag 27.05.2017

Mit Kopfschmerzen wache ich auf. Nach dem Frühstück gehen wir zu den Kindern. Der Schule ist ganz in der Nähe. Ich freue mich riesig, und die Kinder auch. Dieses Mal haben wir Trachten aus Österreich und Deutschland mitgenommen. Die Mädels in dem bunten Dirndl schauen hinreisend aus. Markus hat viele Fotos gemacht. Wir haben gespielt und getanzt, fast den ganzen Tag haben wir miteinander verbracht. Ich staune wie groß die Kinder seit meinen letzten Besuch geworden sind. Nicht zu glauben…aber war. Biswo und Tej kommen erst am Nachmittag an. Die beiden und Pasang haben im Mai die Schule erfolgreich abgeschlossen und kommen jetzt in die High School. Jetzt sind die beiden von ihrem Heimatdorf angereist, nach einer 2- tägigen Reise waren die Burschen auch müde. Tamang ist von einem anderen Dorf er kommt morgen an. Die kleine Rheka ist bereits den ganzen Tag bei mir sie macht keinen Schritt ohne mich. Ich habe Freudentränen in den Augen und sie weint .Was aber eher ungewöhnlich ist. Die Kinder in Nepal weinen nicht aus Emotionen wie wir. Sie sind anders.  Markus fotografiert die ganze Zeit. Er muss ständig die Fotos herzeigen, weil die Kinder so neugierig sind. Jedes Kind läuft mit seiner Milka Schokolade herum. Alle lachen und sind glücklich. Ich spüre die Freude der Kinder und bin dankbar für jeden Moment. Wir unterhalten uns genüßlich mit Regan, Anita, Harry und Dawa es ist alles so perfekt. Es wird schon langsam dunkel. Wir verabschieden uns und machen uns aus dem Weg ins Hotel. Es ist eine Indische Unterkunft. Der Hotel Manager begrüßt uns persönlich und wir unterhalten uns ein wenig. Nach dem Abendessen lassen wir den Tag bei einem guten kalten Tuborg (Dänisches Bier) ausklingeln. 

Vierter Tag Sonntag 28.05.2015

In Nepal ist der Sonntag ein ganz normaler Schultag. Wir machen einen Blitzbesuch bei den Kindern im Unterricht. Alle laufen uns entgegen und sind happy dass wir gekommen sind. Wir quatschen und fotografieren, nach etwa 30 Minuten beginnt die Morgenzeremonie.  Nach der Nationalhymne werden Gebete von den  Schülern vorgelesen, danach begeben sich alle in die Klassen. Es ist 9:30 ist und sehr heiß. Mit einen winken verabschieden wir uns und machen uns auf dem Weg nach Pashupathinath. Hier treffen wir unseren Progress. Ein guter alter Freund von mir. Er spricht gut Deutsch. Wir machen einen Spaziergang durch die alte Tempelanlage und machen eine schöne Aufnahme nach der anderen. Danach besuchen wir das zu Hause von Progress. Er zeigt uns sein neues Reisebüro und seine Wohnung. Alles ganz nett eingerichtet. Ganz stolz erzählt er uns, dass er am 26.05. Vater von einer süßen Tochter geworden ist.  Nach dem wir uns von Progress verabschiedet haben gehen wir zu Fuß nach Boudhanath. Es ist sehr schlimm! Die Hauptstraße ist sehr befahren, für uns sieht es so aus  wie ein totaler Verkehrskollaps, für die Nepalesen ist es ein ganz normaler Tag.  Der Staub bedeckt alles, wir benützen Mundschutz. Markus will fotografieren ist aber erfolglos, es ist praktisch nichts zu sehen, wie ein Wirbelsturm, die Fotos sind  alle unklar. Nach einer gefüllten Stunde Fußmarsch sind wir in Boudhanath angekommen. Der neue Stupa in seinem vollen Glanz wirkt magisch auf mich und gleichzeitig fühle ich wieder dieses tiefe Gefühl was ich nicht beschreiben kann.  Der ganze Stupa ist mit insgesamt 31 kg Blattgold bedeckt und an einen sonnigen Tag wie heute, blendet es extrem in den Augen. Sehr viele Pilger sind rundum der Stupa unterwegs. Wir warten lang bis Dawa kommt. Er hat uns falsch verstanden und die ganze Zeit wo anders auf uns gewartet.  Wir haben großen Hunger und gehen was gutes Essen. Vegetarische Nudel und eine eiskalte Cola. Normalerweise trinke ich überhaupt keine Cola. Danach  besuchen wir Ranzeeta’s Mutter. (Meine beste Freundin, sie lebt in Wels). Die Familie lebt direkt in Boudha. Wiedersehen macht Freude. Es ist bereits Nachmittag wir fahren mit dem Taxi in Richtung Schule. Das witzige kommt erst…der Taxifahrer hat sich in der Hauptstadt verirrt und nicht mehr gewusst wie er fahren soll. Gott sei Dank kenne ich die Gegend. Wir steigen aus und nach etwa 15 Minuten erreichen wir die Schule. Die Kinder berichten über den Tagesablauf und dann verabschieden wir uns. In 5 Minuten sind wir zuhause. Es ist bereits  dunkel. Wir ruhen uns aus. Im Gastgarten spielt  Musik und es wird   getanzt. Hundemüde gehen wir schlafen.

Fünfter Tag Montag 29.05.2015

Heute haben wir das erste mal so richtig ausgeschlafen. Erst um 9:30 gehen wir Frühstücken. Das Wetter ist „Europäisch“ 23-24 C° und sehr angenehm. Nach dem Frühstück sortieren wir die Fotos und ich schreibe in mein Tagebuch. E-Mails durchchecken. Es ist Mittag bis wir mit allem fertig sind. Heute ziehe ich auch mein Dirndlkleid an und dann gehen wir zur Schule. Vom Laptop bis Kamera, DVD und restlichen Geschenke haben wir alles mit dabei. Wieder große Freude bei den Kindern.  Wir schauen uns eine Dokumentation über Naturlandschaften aus allen Bundesländern von Österreich an. Danach Geschichte und Geografie Unterricht über unser Land. Dawa übersetzt auf Nepali das die kleinen auch verstehen worüber ich rede. Die Kinder hören und schauen ganz neugierig zu.  Natürlich ziehen sich alle Mädels schnell noch um denn wir haben Shooting time. Die Bilder sind echt toll geworden. Bis zum  späten Nachmittag sind wir mit den Kindern beschäftigt,  sie schreiben Briefe an die Pateneltern. Danach fahren wir zu Dawas Haus. Heute sind wir seine Gäste. Der Weg dorthin ist schwer und humpelig wir sind etwas mitgenommen bei der Ankunft. Lemi seine Frau wartet schon auf uns. Sie ist eine ganz liebevolle Nepalesin.  Hat mich sehr gefreut Sie auch wieder zu treffen. Auch die beiden Söhne waren daheim. Der jüngere Sohn hatte einen Tag zuvor eine schwere Zahn OP mit einem sehr angeschwollenen Gesicht,  und hat sich deswegen schnell  zurückgezogen. War auch zum Verstehen. Der Ältere ist dann auch mit einem Freund zum Gitarrenunterricht gegangen. Lemi und Dawa beginnen zum Kochen. Wir gehen aufs Dach und fotografieren über die Dächer von Kathmandu. Sonam tritt mit seine Familie ein. Er ist unsere  Vereinsobmann Stellvertreter. Wir plaudern über Gott und die Welt.  Dazwischen sind die beiden mit kochen auch fertig. Dawa ist ein fantastischer Gastgeber so wie seine Frau. Wir haben den Abend sehr genossen. Sie haben eine Köstlichkeit nach der anderen serviert. Zum Schluss waren wir fast zum Platzen. Es war fast Mitternacht wo wir im Hotel ankamen. Duschen und ab ins Bett.

Sechste Tag Dienstag 30.05.2017

So eine Nacht haben wir noch nie gehabt, kaum geschlafen. Das viele Essen am Vorabend und noch dazu Moskitos im Zimmer, haben uns keinen Schlaf ermöglicht. Mitten in der Nacht ist es im Nachbarzimmer ziemlich laut geworden. Wir sind mehrmals aufgestanden. Hin und her drehend die ganze Nacht,  waren wir dann beide froh, dass die Nacht vorüber war. Mit Mückenstichen und müden Augen bin ich aufgestanden.  Unsere Toilette ist verstopft. Ich melde das  Problem bei der Rezeption. Nach ein paar Minuten kommen zwei junge Männer. Es hat einige Zeit  gedauert bis die beiden fertig waren. Nach dem Frühstück laufe ich schnell zu den Kindern in die Schule die bereits auf mich warten. Einfach mal alle sehen und ihnen alles Gute für den Schultag wünschen.  Nach der „Mama Rolle“ gehen wir nach Boudha um die Geschenke zu kaufen. In einem Souvenirladen kaufe ich mir etwas, was ich mir schon immer gewünscht habe. Eine Klangschale und gleich dazu ein Gong und ein Tingsha (Handzimbeln).  Dawa handelt einen guten Preis für mich aus und ich bin superglücklich. Danach besuchen wir dir die Plätze wo ich mit meiner Mama auch war. Mit den eingekauften Sachen wandern wir zu Dawas neuem Reisebüro. Es ist schön, hell und freundlich. Hier erledigen wir jetzt alle Vereinsangelegenheiten, sämtliche Schulkosten,  Abrechnungen und das Kassabuch wird kontrolliert. Alles in bester Ordnung. Dawa und die anderen  Mitglieder leisten wirklich gute Arbeit. Wir sind mit allem fertig. Nach getaner Arbeit  gehen wir mit den Kindern ins Kino. Treffpunkt ist direkt vorm Kino. Regan, Anita, Harry, und Pashmita warten mit allen Kindern auf uns. Olala…alle meine Kinder sind wiedermal im Tracht ganz fein angezogen!  Schnell schnell noch ein paar Fotos. Dann gehen wir hinein, das Kino befindet sich im 5-ten Stockwerk. Drei Stockwerke fahren wir mit der Rolltreppe wo eine Marken Boutique nach der anderen zu finden ist. Von Dolce-Gabbana bis Estlee-Lauder und von Chanel bis Lewis- Strauss gibt es alles. Ich fasse es einfach nicht. Also die Reichen können sich hier austoben. Wir kommen endlich im 5-ten Stock an. Also jetzt staune ich so richtig. Der Kino Eingangsbereich ist schön marmoriert. Alles nach europäischem Standard. Klimatisiert, sauber, riesige Auswahl zum Naschen wie bei uns und überall die neuen Hollywood Film Plakate in gigantischem Format. Ich bin sprachlos. Nicht einmal die Kinder wundern sich so viel wie ich. Bin eher mit der Armut in Nepal konfrontiert.  Ich bin bereits zum 5-ten mal in Nepal aber das ist mein erster Kinobesuch. Die zwei Gruppenkleinsten sitzen links und rechts neben mir. Wir schauen auf Hindi einen Action – Epos an. Der Film dauert über 3:30 Stunden. Das ist normal. Es gibt eine Halbzeit Pause von 15 Minuten danach geht es weiter. Wir gehen in die Kinohalle, die nächste Überraschung. Als wäre ich im  Linzer Hollywood Mega- Plex.  Riesig- sauber-klimatisiert. Die Sitze groß und bequem. Der Film beginnt. Ich freu mich wie ein kleines Kind als ich den Titel lese. Bahubali 2. Den ersten Teil habe ich 2 Monate vorher zu Hause angeschaut. Ich kenne die Vorgeschichte, und  die Fortsetzung läuft bei uns noch gar nicht. Also freue ich mich doppelt. Auch wenn die ganze Story auf Hindi läuft macht mir das ganze riesigen Spaß. In der Pause erzähle ich mit voller Euphorie, dass  ich den Film kenne. Jedes Kind bekommt jetzt Cola und Popcorn. Nach der Pause schauen wir weiter. Der Film gefällt mir sehr. Es ist eine gigantische  Hollywood Produktion mit Mega Computer Animationen. Anscheinend der teuerste Film der Welt. Bahubali ist mein Lieblings- Hollywood Film. Der Film war der Hammer. Nach meiner Meinung nach nicht für Kinder, aber die Erwachsenen haben gesagt es ist OK. Na dann soll es so sein. Wir verabschieden uns von den Kindern und den 4 Erwachsenen die mit den Kindern wieder in die Schule fahren und wir ins Hotel.

Siebenter Tag Mittwoch 31.05.2017

In der Früh laufe ich wieder hinüber in die Schule. Eine halbe Stunde täglich vor dem Unterricht tut uns allen gut. Kurz plaudert mit den Kids. Bussi links und rechts als wären sie meine eigene Kinder. Danach gehe ich wieder ins Hotel. Wir müssen umpacken. Heute Nachmittag fahren wir nach Nagarkot und übernachten auch dort. Wir brauchen ein wenig Ruhe.  Nagarkot liegt etwa auf einer Seehöhe von 2300m und ist ca. 35 km von Kathmandu entfernt. Die Strecke ist sehr kurvig deswegen dauert die Reise fast 2 Stunden.  Mir ist schon übel und ich bin froh als wir endlich ankommen sind. Ein kurzer Spaziergang in der Gegend danach ist es dunkel. Auf einmal ist der Strom aus und es ist komplett dunkel. Gut das ich auch eine Stirnlampe eingepackt habe. Jetzt brauchen wir das. Kein Strom, kein warmes Wasser. Ohne Elektrizität ist die Gegend wie ausgestorben.   Also ganz schnell mit kaltem Wasser waschen und wir gehen schlafen.  Pfui…das Bett ist ganz hart. Zumindest haben wir aus dem Zimmer eine super Aussicht auf den Sonnenaufgang .Den Wecker auf 4:30 eingestellt und wir versuchen einzuschlafen.

Achter Tag Donnerstag 01.06.2017

Ich habe nicht so gut geschlafen, aber es hätte auch schlimmer sein können. Der Wecker hat uns aufgeweckt.  Schnell  haben wir uns fertig gemacht und  das Stativ mit der Kamera noch fertig eingestellt und installiert.  Es ist sehr dunstig mit hoher Luftfeuchtigkeit.  Endlich fertig mit allem. Wir warten auf den Sonnenaufgang, aber es kommt nichts. Ich habe es falsch verstanden und bin um eine Stunde früher aufgestanden. Also der Sonnenaufgang ist nicht um 4:30 sondern um 5:30  na bravo…ich war sauer auf mich selbst. Wie ich schon sagte es war sehr dunstig, endlich kommt die Sonne hoch aber leider ist kaum was zu sehen. Also  gleich nach dem Frühstück fahren wir nach Baktapur. Am Eingang muss jeder Tourist Eintritt zahlen. Wir bekommen unsere Tickets und Markus ist höflich zu den Einheimischen, ich schaue richtig  hin und sehe das der junge Mann Sammer ist. Mein kleiner Suri!!! Oh wie ich mich gefreut habe schließlich habe ich versucht über Facebook mitzuteilen das wir in Nepal sind. Leider ohne Erfolg. Also ich bin wieder mal überglücklich. Sammer ist inzwischen 17 Jahre alt und Dolmetscher. Er war damals schon  2012 ein kleiner netter Junge der den Touristen vieles über Baktapur erzählt hat. Jetzt macht er richtige Führungen mit Chinesischen Gruppen. Er hat uns überall hingeführt und über die nepalesische Geschichte berichtet. Sein Englisch ist erstaunlich gut. Inzwischen ist Dawa auch angekommen. Es ist sehr heiß wir schlendern über die Gassen und kaufen Souvenirs ein. Unterwegs treffen wir seinen Bruder Kasim und auch seine Mama, leider nur  ganz kurz.  Es war sehr schön alle mal wieder zusehen. Mit Taschen voller Souvenirs machen wir uns auf dem Weg zurück nach Kathmandu. Dawa hat auf meinem Wunsch in Thi-See gebucht. Hier ist es besser. Wir haben einen netten Garten. Das Zimmer ist klein aber sauber. Wir machen uns auf dem Weg zum Boudha etwa 5 Minuten Fußweg von der Unterkunft. Hier besuche ich eine Schneiderin, ich will eine schöne Sherpa Tracht nähen lassen. Noch kurz zu Ranzeeta Mama und nachher einfach mal bummeln. Abends lassen wir den Tag bei einem guten Glas kalten Tuborg ausklingen. 

Neunter Tag Freitag 02.06.2017

Heute in der Früh gleich nach dem Frühstück um 9:00 Uhr kommt Dawa mit Niyngma und seiner Mutter. Der Niyngma ist ein Junge aus Solo-Combo und braucht unsere finanzielle Unterstützung damit er die Schule fertig machen kann. Ich vertraue Dawa das er es gut hinkriegt. 2 Jahre werden wir versuchen den Jungen zu unterstützen. Er wohnt Zuhause bei seiner Mutter also nur die Schulkosten tragen wir, das ist noch  zum Bewältigen. Ich bin froh das wir einem Kind die Chance geben können und die Möglichkeit was Besseres  für seine Zukunft zu erschaffen. Danach kommt Astha. Astha ist ein junges Mädchen sie ist 22 Jahre alt und möchte gerne studieren. Aber leider  können wir das in unserem Programm nicht aufnehmen. Wir haben mit Niyngma unsere Gruppe jetzt vollständig. Dawa hat ihr angeboten einen guten Job zu finden, wenn sie es auch möchte. Eine weitere höhere Schulbildung ist finanziell nicht mehr realisierbar. wir fokussieren uns hauptsächlich auf unsere Gruppe. Astha ist am Boden zerstört.  Inzwischen taucht Ranzeeta´s Bruder auf. Er hat ein Päckchen für Ranzeeta mitgebracht. Also der ganze Vormittag Gesprächs Termine. Seit wir in Kathmandu sind habe ich in mehrere Geschäfte nach dem perfekten Stoff gesucht. Mein Sohn Hagen hat in Oktober seinen Maturaball und möchte einen maßgeschneiderten Anzug tragen. Ich hoffe in Thamel finde ich den richtigen Stoff. Quer durch Thamel suchen wir überall. Wir werden auch fündig. Bei einem Händler haben wir eine riesige Auswahl an schönen feinen Stoffen gefunden. Danach besorgen wir die restlichen Geschenke für Freunde und Verwandte. Wieder voll angepackt und ziemlich erledigt kommen wir im Hotel an. Heute lassen wir uns es gut gehen. Ein Wellness Programm haben wir gebucht mit allen Drum und Dran. Ganzkörpermassage, Manikür, Pedikür, Enthaarung, heißes Öl Therapie für Kopf und Haar, Fußreflexmassage, also das volle Programm. Vier Stunden lang haben wir uns verwöhnen lassen. Es war herrlich. Nachher  haben wir sehr gut geschlafen.

Zehnter Tag Freitag 03.06.2017

Heute ist mein 50igster Geburtstag.  Es ist das dritte Mal das ich meinen Geburtstag mit den Kindern feiere.  Heute haben wir ganztags Aktion mit den Kindern. Vorher durchchecken, einige Kinder haben gar keine Badesachen. Um ein paar Rupien werden alle ausgerüstet. Der Tag kann beginnen.  Gleich vormittags fahren wir zum größten Wasserpark Nepals außerhalb von Kathmandu in Richtung Baktapur. Nach eine Stunde Fahrzeit kommen wir endlich an. Phurpa und Saugat haben die Reise nicht vertragen. Echt schlimm aber die sind so froh hier zu sein das alles bald wieder in Ordnung ist. Vor dem Eingang werden Fotos gemacht. Wir sind alle durch. Jetzt schnell in die Umkleidekabine da hüpfen wir in unsere Badesachen. Zweite Eingang…hier muss jeder sein Schuhe ausziehen. Betreten nur Barfuß erlaubt. Das Wasser scheint sauber zu sein. Ein live Band spielt englische Lieder vor und manchmal auch Nepali.  Die Kinder spielen in Wasser herum. Rutschen, schreien, es ist sooo schön zuzuschauen. Ich sitze am Rand des Pools und beobachte die Kinder. Alle wollen dass ich mit ins Wasser komme. Als Schwupps und schon bin ich im Wasser. Wir spielen und plantschen und sind voll vergnügt. Markus will nicht ins Wasser also  bleibt er draußen und fotografiert, wie immer. Tej ist krank er hat Halsschmerzen und passt auf meine Tasche auf.  Alle anderen Kids genießen den Spaß. Dawa ist mit den Burschen und Anita mit den Mädels und ich überall.  Nach etwa 2 Stunden Wasserspiel sind die Kinder auch fertig. Heute ist ziemlich bewölkt  und draußen ist eher kühl. Ich möchte keine kranken Kinder sehen, also gehen wir uns umziehen. Die Gruppe ist wieder vollständig. Außerhalb des Wasserparks in der Nähe gehen wir fein essen mit den  Kindern. Die sind jetzt alle sehr hungrig.  Alle singen das Happy Birtday Lied für mich, ich habe Tränen in den Augen und bin überglücklich.  Im Bus schlafen alle ein. Nur der Lärm von draußen ist zum Hören. Unterwegs in der Stadt bleibt der Bus kurz stehen Dawa und Harry kommt mit einem Karton zurück. Bald kommen wir in der Schule an. Die Kinder werden wieder munter. Alle mit einem verschlafenen Gesicht steigen sie aus dem Bus. In kurzer Zeit sind sie wieder aktiv und spielen im Hof. Anita richtet alles lieb her und packt den Karton auf. Oh mein Gott. Ich habe eine große Torte bekommen.  In Wohnzimmer  sind nur wir mit den Kindern, es wird wieder laut gesungen. Ich schneide die Torte auf und gebe jedem Kind etwas in dem Mund. Das ist Brauch in Nepal. Ich bekomme schöne Geschenke, und die Kinder übergeben mir alle Briefe für die Paten Eltern. Es wird schön langsam Zeit sich verabschieden. Es fällt mir sehr schwer und fang an zu weinen. Ich bin so gern hier bei ihnen. Ich sehe an den Gesichtern der Kinder dass sie auch traurig sind. Die neun Tage sind sehr schnell vergangen. Ich umarme jedes Kind nochmal Bussi links und rechts danach hole ich alle zusammen und ich schreie laut“ We are one Family“ dann nochmal alle zusammen „We are one Family“. Mit diesen Worten und Tränen in den Augen verlassen wir die Schule.  Richtung Hotel rede ich kaum mehr. Angekommen packen wir unsere Koffer. Muss alles stimmen, wir haben unsere Erfahrung bei der Einreise in Indien noch in Erinnerung. Endlich alles fertig. Dusche und ab ins Bett.

Elfter Tag Samstag 04.06.2017

Wir stehen um 6:00 in der früh auf und nach dem Frühstück holt uns Dawa um 7:00 ab. Das Taxi ist voll mit unseren Sachen. Es ist noch ruhig und kaum Verkehr auf die Straße. Wir kommen schnell voran. Im Flughafen verabschieden wir uns von Dawa zum Andenken bekommen wir den Freundschaftsschal und dann gehen wir hinein. Noch ein letztes Mal winken wir und danach begeben wir uns Richtung Halle. Wir müssen noch etwas Geduld haben bis der Schalter aufsperrt. Wir sind die ersten. Der Inder mit der Salvator Dali Bart ist arrogant aber er gibt uns Fensterplätze so wie ich ihm gebeten habe. Mit unserem Koffer ist alles in Ordnung – das Gewicht passt. Wir haben noch 2 Stunden Zeit bis zum Einchecken.  der internationale Flughafen Tribhuvan in Kathmandu ist klein und sauber. Der Flug hat Verspätung. Endlich ist es soweit. Dieses Mal ist das Flugzeug größer als beim herfliegen. Ich nehme mein Reisekaugummi ein und schlafe bald ein, so wie immer. Bei der Landung werde ich munter. Uns bleibt wenig Zeit zum Umsteigen aber überall stehen die Lotzen und weisen die Richtung. Wir erreichen den Sicherheit Kontroll Bereich. Sehr viele Menschen stehen in der Warteschlange. Wir werden getrennt. In London wurde am gleichen Tag ein Terroranschlag verübt. Die Beamten durchsuchen das Handgepäck alles wird komplett ausgepackt. Es dauert eine halbe Ewigkeit bis wir durchkommen.“ Ab in den Flieger und raus von hier“ waren meine Gedanken. Von jetzt an muss alles sehr schnell gehen. Wir kommen in unserem Bereich an und in ein paar Minuten sind wir an Bord. Leider sitzen wir getrennt. Markus hat einen Fensterplatz ich sitze in der Mitte ganz woanders zwischen einem Inder und einer Deutschen. Der Inder beginnt mit seinem Mantra ritual und murmelt die ganze Zeit. Ich schlafe wieder ein. Der Flug dauert lang und  ich werde einige Male munter bis wir ankommen. Hin  und her drehend spüre ich dass ich die Landung nicht schaffe ohne mich zu übergeben. Ich schwitze mir ist schlecht und ich bin erledigt. Endlich rollt das Flugzeug auf die Landebahn. Ich fühle mich elendig. Am Flughafen in Frankfurt  müssen wir gute 40 Minuten warten bis unsere Koffern ankommen. Mir ist immer noch schlecht und ich schlafe sitzend ein. Nach dem wir unser Gepäck beisammen haben gehen wir hinaus und ich trinke einen warmen Kräutertee. Ab jetzt haben wir 5:00 Stunden Wartezeit. Unser Zug kommt um 23:55 an. Wir sind schon den ganzen Tag unterwegs.  Mir geht es nicht gut, ich habe Krämpfe im Magen und mein Kopf pocht. Ich muss laufen, ich habe einen schlimmen Durchfall bekommen.  Die ganze Zeit laufe hin und her hab keine Ruhe mehr. Endlich kommt der Zug. Es ist Mitternacht die Schmerzen lassen nicht nach.

Zwölfter Tag Sonntag 05.06.2017

Ich laufe noch ein paar Mal hin und her. Ich habe noch Glück das im Zug eher ruhig ist. Hin und her drehend die ganze Nacht kommen wir um 6:30 im Welser Hauptbahnhof an. Ich bin froh dass ich frische Luft schnappen kann. In 15 Minuten betreten wir unsere Wohnung und bin überglücklich zuhause zu sein. Ich dusche fein und lege mich im  Wohnzimmer aufs Sofa. Mir tun bereits die Knochen weh. Habe sehr viel Flüssigkeit verloren. In Krankenhaus bekomme ich sofort eine Infusion. Nach einer gründlichen Untersuchung haben sie festgestellt dass ich Coli Bakterien heimgeschleppt habe. Ich bekomme noch 3 Tage Krankenstand um mich ausruhen. Nichts desto trotz war die Reise sehr schön für mich. Aber eines habe ich dazugelernt.           

 „Nie wieder in einem Nepalesischen Freibad baden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“